3D-Scanning für Präzisionsarbeit im Windkanal.
Das Renngeschehen in der FIM Superbike World Championship (WorldSBK) musste zwar für mehrere Monate pausieren, doch bei BMW Motorrad Motorsport ging und geht die Arbeit, unter den möglichen Rahmenbedingungen, weiter. Zum Beispiel im Windkanal: Im BMW Group Akustik Windkanal feilen die Ingenieure an der Aerodynamik der BMW S 1000 RR. Eine wichtige Rolle spielt dabei BMW Motorrad WorldSBK Team Fahrer Eugene Laverty – und zwar als 3D-Modell.
Wenn es um den Topspeed eines World Superbikes geht, hat die Aerodynamik einen wesentlichen Anteil. Jedes kleine Detail kann hier den Unterschied ausmachen. Das Ziel ist, den Luftwiderstand so gering wie möglich zu halten. Im BMW Group Akustik Windkanal in München finden die Ingenieure von BMW Motorrad Motorsport optimale Bedingungen vor, um Aerodynamik-Updates für die in der WorldSBK eingesetzte RR zu testen und weiterzuentwickeln.
Um die Strömungsverhältnisse möglichst real zu simulieren, reicht es jedoch nicht, nur das Motorrad allein in den Windkanal zu stellen. Auf der echten Rennstrecke sitzt ein Fahrer auf dem Bike, der ebenfalls Luftwiderstand entwickelt, auch wenn seine Sitzposition ebenfalls aerodynamisch optimiert ist. Deshalb kommt auch in dem Luftstrom, den der 2.600 PS starke Elektromotor des Windkanals produziert und der mit Geschwindigkeiten von bis zu 255 km/h weht, das Gesamtpaket aus Motorrad und Fahrer zum Einsatz. Und hier setzt BMW Motorrad Motorsport auf eine innovative Methode: 3D-Scanning.
Marc Bongers beim Testlauf im Windkanal
Detailgetreues 3D-Modell.
Jederzeit einsatzbereit.
Eugene Laverty und sein Double
Jederzeit einsatzbereit.
Und was sagt der echte Laverty über sein Double? „Er ist nur ein bisschen blasser als meine irische Gesichtsfarbe“, verweist Laverty lachend auf den hellen Kunststoff, aus dem das Modell besteht. „Nein, Spaß beiseite. Es war zwar etwas ungewöhnlich, so lange auf dem Motorrad zu sitzen und rundherum aus allen Winkeln mit einem 3D-Scanner vermessen zu werden. Doch das Ergebnis ist großartig: So kann ich jederzeit meinen Beitrag dazu leisten, unsere RR schneller zu machen, ohne dafür persönlich in München vor Ort zu sein. Sich selbst als so detailgetreues Modell zu sehen, ist etwas Besonderes und nicht alltäglich. Es ist faszinierend, was mit modernen Technologien alles möglich ist, und die BMW Group ist hier ja in vielen Bereichen beispielgebend.“
Nach der Corona-Pause konnte nun auch Teamkollege Sykes in München vermessen werden. Sein 3D-Modell wird in Kürze ebenfalls im Windkanal zum Einsatz kommen. Die nächsten Rennen stehen für die weiter optimierte RR, das BMW Motorrad WorldSBK Team und die realen Fahrer am ersten August-Wochenende an. Dann wird im spanischen Jerez de la Frontera die nach dem Auftakt in Australien unterbrochene WorldSBK-Saison 2020 fortgesetzt.